Tour 410


Verlängerungen

Süd-Äthiopien

Diese einwöchige Verlängerung erschließt einen faszinierenden Teil des südwestlichen Äthiopien ; wir fahren bis in die Nähe des Dreiländerecks Äthiopien-Sudan-Kenia. Im Mago-Nationalpark und in der Umgebung leben noch Völker in vollkommen archaischen Verhältnissen, wie die Hamer und Mursi, deren Frauen bis heute häufig tellerförmige Tonplatten in den Lippen tragen. Wir sehen aber auch Grabstelen der Konso, Gazellen und mit Glück Elefanten im Nationalpark. Auf der Rückfahrt kommen wir wieder nach Arba Minch und besuchen den Nechisar-Nationalpark mit vielen Wasservögeln, Krokodilen und Nilpferden. Es geht entlang der Bruchverwerfung des Rift Valley wieder zurück nach Addis Abeba, vorbei am Langano- und Zway-See.

Reiseprogramm

14. auf den 15. Tag: Übernachtung in Addis Abeba
Nach dem Abschiedsessen und Abfahrt der anderen ReiseteilnehmerInnen übernachten Sie noch einmal im schönen Ghion Hotel.

15. Tag / Mo., 24.01.: Addis Abeba - Arba Minch (510 km)
Frühe Abreise, ganztägig Asphaltstraße. Es geht zunächst südwestlich nach Ghion, gut 150 km, mit heißen Quellen und von Welkite südlich nach Arba Minch. Während der letzten knapp 100 km führt die Straße meist am Westufer des Lake Abaya entlang, dem größten See des äthiopischen Rift Valley. Der See leuchtet in weiten Teilen durch chemische Reaktionen dunkelrot. Wir durchqueren das Gebiet der seßhaft gewordenen Guragie und kommen vor Arba Minch in den Lebensraum der Dorse; die früheren Krieger sind nun vor allem landesweit als begabte Weber bekannt; hier gibt es die besten Baumwolldecken. Die Dorse leben häufig in Bambushäusern.
Vom etwas betagten Bekelle Molla Hotel auf einer Klippe bietet sich ein phantastischer Blick auf den Abaya- und den durch einen Landsteg getrennten Chamo-See. Übernachtung im neueren Swayne´s Hotel (Bungalows) auf einer Anhöhe über dem See.

16. Tag: Arba Minch - Jinka (280 km)
Es geht zunächst ca. 130 km südlich nach Konso, im ersten Drittel entlang des Lake Chamo. Die Erde ist oft dunkelrot und kontrastiert mit dem frischen Grün von Getreidefeldern. Wir kommen in das Gebiet der Konso. Auch Animisten (Anhänger von Naturreligionen) haben sie eine reiche Kultur und erfolgreiche Landwirtschaft geschaffen. Viele Felder sind an steinumfaßten Terrassen angelegt. Auch die Dörfer sind meist mit Steinmauern begrenzt. Ihre phallusförmigen Grabstelen, wagas, wurden zum großen Teil gestohlen und verkauft. Wir besuchen ein Konso-Dorf und beim Dorf Gesergio als "New York" bezeichnete, bizarre Erosionsformen aus Sandstein.
Vom Ort Konso führt die Piste über Wolfo nordwestlich bis Jinka. Nach dem Tiefland kann man hier auf knapp 1.500 m über dem Meeresspiegel wieder durchatmen. Wenn noch Zeit bleibt, besuchen wir das von Deutschen gegründete South-Omo Museum & Research Center. Der Ort mit "Wildwest-Atmosphäre" ist die letzte "moderne" Siedlung im Dreiländereck nach Sudan und Kenia; westlich beginnt die Wildnis des Mago- und Omo-Nationalparks. Übernachtung in einer der lokalen Herbergen.

17. Tag: Jinka - Mago (80 km)
Die Piste ist "rough", also recht schlecht, doch eine gute Straße würde nicht in diese Landschaft passen... Wir erreichen nach weniger als 20 km die Ostgrenze des Mago Nationalparks. Noch vor gut 10 Jahren sah man hier große Herden u.a. von Antilopen, Büffeln und Elefanten, doch die "Modernisierung" der sonst fast nackt lebenden Mursi und anderer Völker der Gegend durch Kalaschnikow-Gewehre in Verbindung mit Wildnis und wenigen, schlecht bezahlten Rangern hat Wilderei gefördert.
Ebenso wie die westlich des Omo lebenden Surma (etwa 45.000) sind die hier lebenden Mursi (ca. 6.500 Menschen) noch sehr urwüchsig. Schaukämpfe der Männer mit Stöcken sind populär; viele Frauen beider Ethnien tragen Lippenscheiben. Sie werden ständige vergrößert, erreichen einen Durchmesser bis zu 25 cm. Kleinere Scheiben sind in den Ohrläppchen. Die Menschen verlangen Geld für Fotos, oft sogar "Eintrittsgelder". Das mag zunächst befremdlich wirken, erhält aber ihre Würde und schafft Einnahmequellen. Wir werden verschieden Dörfer der Mursi mit ihren bienenkorbförmigen Hütten besuchen. Die Mursi jagen (illegal), stehlen gern anderen Vieh (auch illegal), betreiben lustlos etwas Landwirtschaft (Übergang von Nomaden zu Bauern) und ernten wilden Honig, isoliert vom Rest der Welt. Sobald die Regenzeit im Sommer beginnt, ziehen sie mit den Rindern in das gute Weideland der Tama-Steppe. Wir essen und übernachten im luftigen Moskitozelt auf einem der einfachen Campplätze. Achtung, es sind hier diebische Paviane unterwegs...

18. Tag: Mago - Turmi (140 km)
Nochmals ein Tag am "Ende der Welt" mit dazu passender, schlechter Piste. Nach Verlassen des Parks überqueren wir den Mago River und gelangen in den Lebensbereich der Karo. Nur noch etwa 1.500 Mitglieder, gelten sie als das bedrohteste, zerbrechlichste Volk Süd-Äthiopiens. Die meisten ihrer Rinder sind durch Tstetse-Fliegen dahingerafft worden, und sie leben von einfacher Landwirtschaft. Noch mehr als die Hamer (denen wir morgen begegnen) sind die Karo Meister der Körperkunst - dargestellt in hervorragenden Fotos im Buch von Angela Fisher, im hervorragenden Bildband "African Arc". Passen zu entsprechenden Feiern, Festen oder Tänzen schminken und bemalen sich die Männer oft tagelang - zum Beispiel mit weißen Punkten als Perlhuhn oder gelb als Leopard. Hinzu kommen wulstige, ornamentale Schmucknarben, die durch Einreiben von Asche in der Wunde erzeugt werden.
Übernachtung am Camp-Platz von Turmi, dem südlichsten Punkt unserer Reise. Von hier sind es noch 100 km nach Kenia.

19. Tag: Turmia - Arba Minch (310 km)
Wir sind zunächst im Gebiet der Hamer (etwa 45.000 Menschen). Auch sie ernten wilden Honig, aber kultivieren vor allem Hirse (Sorghum), Gemüse, Baumwolle und Tabak, züchten Rinder. Männer und Frauen sind ebenso für ihre phantasievollen Lehm-"Frisuren" bekannt - ebenso wie die südlich am See gleichen Namens in Kenia lebenden Turkana. Die Frauen lieben dicke, gebutterte rötlichbrauner Lehm-"Zöpfe", die Männer kunstvoll bemalte Lehmhauben, die oft mit Federn verziert sind. Dies aber nur dann, wenn sie einen Feind oder ein gefährliches Tier getötet haben - die meisten also...
Auch diese Menschen begegnen uns mit Neugierde und oft mit Humor. Wenn wir uns ihnen ganz unbefangen nähern, ebenso neugierig sind, und sie nicht als exotische Fotoobjekte sehen.
Wir fahren über Konso zurück nach Arba Minch und zum Lake Chamo. Vom Motorboot aus können wir Krokodile, Nilpferde und viele Wasservögel beobachten.
Abendessen und Übernachtung wie am 15. Tag.

20. Tag: Arba Minch - Awasa (300 km)
Wir fahren über den Landsteg zwischen Lake Abyata und Lake Chamo, an dessen östlichem Ufer sich der Nechisar-Nationalpark erstreckt. Nechisat bedeutet "weißes Gras" - sehr helles Gras dominiert auch die östlichen Savannen des noch relativ wildreichen Parks mit 90 Säugetierarten; mit Glück sieht man eine ganze Herde von Burtchell´s Zebras, meist aber Kudus, Gnus und Antilopen.
Wir gelangen an die Hauptstraße nach Addis Abeba und fahren durch eine landwirtschaftlich gut genutzte Landschaft; hier am Grabenbruch des Rift Valley werden auch Bananen, Papayas und andere Früchte angebaut. Der relativ kleine Lake Awasa ist von Bergen umgeben; hier leben viele Vogelarten, auch Flamingos. Den späteren Nachmittag können wir noch zu einem langen Spaziergang am See nutzen.
Abendessen/Übernachtung im Wabe Shebele Hotel - etwas altmodisch im Stil der 70er Jahre, aber am See und mit einer Terrasse voller Vögel.

21. Tag: Awasa - Addis Abeba (280 km)
Wir besuchen morgens den lebendigen Fischmarkt von Awasa. 60 km nördlich liegt östlich der Straße der Langano-See, gegenüber bilden der Abyata- und Shala-See einen Nationalpark. Vorbei am Zway-See kommen wir nach Debre Zeit, 70 km südlich von Addis Abeba, mit seien zwei Kraterseen in erloschenen Vulkanen.
Wir lassen diese wunderbare Reise in einem äthiopischen Restaurant ausklingen, erleben traditionelle Tänzer und Sänger. Gegen 21 Uhr Fahrt zum Flughafen, Abflug um 23.40 Uhr, vorbehaltlich Flugplanänderungen.

22. Tag: Frankfurt
Die Ankunft in Frankfurt ist für 6 Uhr vorgesehen.

Reisepreis pro Person

Bei 2 Teiln.: 1.250 Euro
3 - 4 Teiln.: 1.050 Euro
5 - 7 Teiln.: 980 Euro

Einzelzimmer/-zeltzuschlag: 70 Euro

Leistungen: Deutsche Reiseleitung, 4* Hotel in Addis Abeba vor dem Beginn der Verlängerung; bestmögliche Unterkünfte während der Reise, zwei Zeltübernachtungen, volle Verpflegung, Nationalpark- und Eintrittsgebühren, Transfers.

Nicht im Preis enthalten: Versicherungen, Fotogebühren (z.B. bei den Mursi), Trinkgelder.

 


Ost-Äthiopien


Reiseprogramm

Diese dreitägige Verlängerung erschließt Ihnen die beiden wichtigen und interessanten Städte im islamisch geprägte Osten des Landes - Dire Dawa und Harar.

14. Tag: Addis Abeba - Dire Dawa - Harar
Statt des Rückflugs mittags Flug nach Dire Dawa im moslemischen Osten (Boeing 737). Weiterfahrt durch interessante Halbwüste am östlichen Nebenarm des großen vulkanischen Grabenbruchs in die alte Stadt Harar (60 km). Sie ist noch ganz von einer Stadtmauer umgeben. Besuch des alten Viertels (bunter Markt, Haus des französischen Dichters Arthur Rimbaud). Rückfahrt nach Dire Dawa. *** Hotel.

15. Tag: Dire Dawa - Addis Abeba.
Besuch von Dire Dawa und des Marktes. Gegen Mittag Rückflug nach Addis Abeba. Nachmittags zur freien Verfügung oder Besuch des "Mercato", einem der größten überdachten Märkte des Kontinents sowie der St. Georgs-Kirche. Abendessen im äthiopischen Restaurant. *** Hotel.

16. Tag: Kurz nach Mitternacht Flug nach Frankfurt; Ankunft 06.50 Uhr (Flugplanänderungen vorbehalten).

Preise (gültig bis 31.12. 2004)

bei 2-4 Reisenden 450 Euro
bei 5-8 Teilnehmern 380 Euro

Preis pro Person im Doppelzimmer.

Einzelzimmerzuschlag + 60 Euro

Leistungen: Programm mit Flug nach Dire Dawa und zurück, Übernachtungen mit Halbpension (Frühstück und Abendessen), englischsprachige Reisebegleitung.