Tour 410

Im Hochland von Äthiopien

15 Tage
Flug, Geländewagen, Trekking

Äthiopien war eines der geheimnisvollsten Länder - und es zum Teil auch noch geblieben. Das christliche Hochland mit seinen steil abfallenden Tafelbergen und wilden Schluchten ist allein eine Reise wert. In Verbindung mit den Menschen und einer zweitausendjährigen Hochkulturgeschichte wird der Besuch Äthiopiens zu einem geistigen Abenteuer, das tiefe Spuren hinterläßt.

Die Hälfte des Landes liegt über 1.200 Meer; das Kernland über 2.000 Meter. Es ist wild zerrissen und stark gegliedert; der Flug mit der kleinen Maschine über Schluchten, Grate und Tafelberge bleibt unvergeßlich. Die vulkanische Bruchzone des "Rift Valley" (die durch das Rote Meer verläuft) teilt das äthiopische Hochland in einen größeren westlichen und einen kleineren südöstlichen Abschnitt und setzt sich weiter nach Süden fort. Ebenso wie in Kenia haben sich im Einschnitt dieses "Grabenbruchs" Seen gebildet, von denen wir am Schluß der Reise einige besuchen werden.

Im Vielvölkerstaat leben heute rund 60 Millionen Menschen in etwa 300 Stämmen; zwei Drittel davon gehören zu den Galla. Wir reisen überwiegend im Gebiet der Amharen. Sie bilden nur etwa ein Fünftel der Bevölkerung und regierten das Land als "Staatsvolk" seit altershehr bis zum Sturz von Haile Selassie. Er sah sah sich als 225. Nachfolger der äthiopischen Gründerdynastie - in direkter Abstammung von Menelik I, dem Sohn der Verbindung zwischen der Königin von Saba (Jemen) und König Salomon (Jerusalem) aus dem 10 Jahrhundert vor Christus. Menelik I soll die Bundeslade mit Moses´ Gesetzen, größtes Heiligtum der Juden, aus Jerusalem nach Axum gebracht haben.

Vom 1. bis zum 4. Jahrhundert blühte das Reich von Axum - im 4. Jahrhundert nahm König Ezana den christlichen Glauben an. Bald verbreitete sich die neue Religion über das Hochland. - Nach eigener Auffassung stammen die Amharen aus Asien und sind über Südarabien eingewandert. Zur semitisch-hamitischen Gruppe gehören auch die Altägypter, Berber und Völker am Tschadsee. Nach dem Sturz der Militärjunta 1991 übernahmen mit Meles Zenawi die nördlichen Tigray die Macht. Sie siedeln im dem Norden bis hin nach Eritrea.

Die größeren Entfernungen im wild zerklüfteten Land werden mit zweimotorigen Fokker-Maschinen (52 Plätze) der äußerst zuverlässigen ETHIOPIAN AIRLINES überbrückt. Kürzere Fahrtstrecken legen wir mit lokalen Geländewagen oder Taxen zurück.

In der traumhaft schönen Hochgebirgslandschaft des Semien-Nationalparks sind wir vier Tage mit Mauleseln und einem Ranger zu Fuß unterwegs. Der Schwierigkeitsgrad ist für gute Wanderer gering. Übernachtung während der Trekkingtour in Zelten, sonst in geschmackvollen, meist landstypisch dekorierten Hotels (in Addis Abeba: 4* Hotel).


Reiseverlauf

1. Tag: Frankfurt - Addis Abeba
Flug nach Addis Abeba (derzeit 14.45 - 23.50 Uhr). Die Stadt liegt auf 2.400 m Höhe und wurde von Menelik II zur Hauptstadt auserkoren, nachdem er 1889 zum Kaiser von ganz Äthiopien gewählt wurde. Übernachtung im neuen 4* Hotel "de Leopol"..

2. Tag: Addis Abeba - Bahar Dar - Nilfälle
Landeskenner bezeichnen Addis Abeba ("Neue Blume") als "größtes Dorf der Welt". Addis Abeba wuchs ungeplant in Eukalyptuswälder hinein und wird von verstreut liegenden Stadtteilen geprägt. Wir können ausschlafen und unternehmen eine Stadttour; vom Entoto-Berg bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Stadt mit fast 4 Millionen Einwohnern.
Mittags F
lug nach Bahar Dahr (Luftlinie 400 km), gelegen am Südende des Tanasees. Der Weg zum Tissiat, den Nilfällen, führt über eine alte portugiesische Brücke entlang eines Tals; Kinder verkaufen Schmuck und Bastkörbe. Gegenüber stürzte der Blaue Nil auf einer Breite von zwei Kilometern in eine 45 m tiefe Schlucht. Durch einen neuen Stausee ist aber leider nur noch ein schmales Wasserband zu sehen.
Abendessen und Übernachtung im 3* Hotel am See.

Burgen des Kaiser Fasiladas, Gondar

3. Tag: Bahar Dar - Tanasee - Gondar (175 km)
Im See liegen 37 Inseln; 20 von ihnen mit alten Klöstern, die meisten aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Bootsfahrt zur Halbinsel von Zeghie, Besuch der reich verzierten Rundkirche. - Die kleine Insel Kebran darf nur von Männern betreten werden. Ein Diakon bringt riesige Schlüssel und öffnet die knarrende Tür. Aus dem Dunkel schneidet der scharfe Lichtstrahl auch hier prächtige, vergilbte Malereien: Jesus am Kreuz und der Heilige Georg auf seinem Schimmel im Kampf gegen den Drachen sind immer wiederkehrende Motive.

Nachmittags fahren wir am Ostufer des Sees nach Gondar, der ehemaligen Kaiserstadt. Auf einem Hügel versteckt sich die Debre Berhan Salassie-Kirche hinter hohen Mauern. Das Torhaus wird von zwei Türmen flankiert; zwei Erzengel bewachen die schweren Türen. Besonderheit im Innern der reich bemalten Kirche ist die ganz mit Engelsköpfen verzierte Balkendecke. Abendessen und Übernachtung im Hotel Goha hoch über der Stadt.


4. Tag: Gondar - Debark - Sankaber (140 km)
Die Fahrt nach Norden führt uns durch eine imposante Gebirgslandschaft nach Debark. Der Ort liegt am Westrand des wilden Semien-Gebirges. Nach den Formalitäten Fahrt bis zum ehemaligen Camp von Sankaber. Hier warten schon unsere Begleiter und die genügsamen, gutmütigen Maulesel auf uns. Wir gehen maximal eine Stunde zu einem markanten Aussichtspunkt und schlagen das Zeltcamp auf. Gekocht wird im Freien (mitreisender Koch).

5. Tag: Sanka Ber - Geech (18 km)
Heute gehen wir von 3.230 auf 3.600 Meter. Aus Felsspalten eines gigantischen Inselberges stürzt nach der Regenzeit ein Wasserfall. Scheue Hirtenjungen mit ihren Fellumhängen und Mützen aus Schafwolle bewachen ihre Tiere. Wir stehen staunend am ersten Steilabfall und blicken wie aus der Vogelschau auf die wild zerklüftete Landschaft mit ihren Tafelbergen und winzigen Dörfern in extremer Isolation. Östlich von Geech leben keine Menschen mehr - nur noch Steinböcke und Gelada-Affen. Camp.

Unvergleichlich: das zerklüftete Semien-Hochland

6. Tag: Geech - Imit Gogo - Geech (ca. 15 km)
Ungefähr zwei Stunden benötigen wir zum "World´s End" durch eine Hochmattenzone und vorbei an riesigen Lobelien mit ihren antennenförmigen, hohen Blütenkerzen. Wenn wir Glück haben, so kommt uns eine große Herde Gelada-Affen in geschlossener Formation entgegen - nicht etwa angriffslustig, sondern emsig mit dem Zupfen von Gras beschäftigt. Sie gehören zu den konsequentesten Vegetariern des Tierreichs. Jedes Männchen mit Löwenmähne besitzt einen Harem von mindestens fünf Weibchen. Am späten Nachmittag erreichen wir wieder unser Camp in Geech (Zeltplatz, Dusch und Toilette).

7. Tag: Bei Geech
Wir können heute "bummeln" (Wanderung von einer Stunde vom Camp zum Aussichtspunkt Kedatit) oder von dort aus entlang des Steilabfalls nochmals etwa drei Stunden zu einem weiteren "Viewpoint" gehen. Besuch des Dorfes Geech und des Webers. Dritte Nacht im Camp über Geech.


8. Tag: Geech - Sanka Ber - Debark - Gondar (140 km)
Wir brauchen weniger als drei Stunden, um wieder über Geech, den Jinbar-Fluß an die Schotterstraße nach Debark zu gelangen. Die Fahrzeuge warten schon. In vielen Kurven verläuft die 1994 neu instandgesetzte Schotterstraße nach Debark. Von hier aus sind es noch rund 100 km nach Gondar. Besichtigung der Sehenswürdigkeiten oder Zeit zur freien Verfügung. Abendessen/Übernachtung wieder im Hotel Goha.

9. Tag: Gondar - Lalibela
Am Morgen fliegen wir in einer der kleinen Maschinen über Bahar Dar nach Lalibela - zunächst über die spiegelnde Oberfläche des Tanasees, dann über das wild zerklüftete Hochland. Lalibela hat sich teilweise über die Hänge hinweg ausgedehnt und besteht im alten Kern noch aus zweistöckigen Tukuls (Rundhütten), einer altertümlichen Bauweise des Hochlandes. 10 der 11 Kirchen sind unter dem letzten mächtigen Zagwe-König Lalibela (1181-1221) entstanden. Der Legende nach erhielt er einen göttlichen Auftrag und wollte die Hauptstadt seines Reiches in ein neues Jerusalem verwandeln. Die Überlieferung berichtet weiter, Lalibela habe das Werk mit Hilfe von Engeln in 23 Jahren fertiggestellt. Handwerker aus Jerusalem und Alexandrien leiteten die gigantische Arbeit, die rund 100 Jahre gedauert haben muß.
Die Felskirchen sind weltweit einzigartig - Bauwerke nicht durch Hinzufügen, sondern durch Wegnehmen und Aussparen. Treppen und Säulen, Türen, Schmuckwerk, Gesims, Regenrinnen, Skulpturen im Innern der dämmrigen Kirchen - alles ist aus einem Stück Fels entstanden. Wir besuchen den ersten Teil der Kirchen.
Abendessen, Übernachtung im guten Hotel.

Georgs-Kirche in Lalibela

10. Tag: Lalibela
Morgens unternehmen wir eine Exkursion mit Mauleseln zu weiter entfernten Felskirchen. Oben am Berg liegen die halb monolithischen Kirchen Asheten Maryam und St. Mikhael.
Nach dem Mittagessen besuchen wir den zweiten Teil der Felskirchen mit 5 Gotteshäusern. Bjet Emanuel ist eine Kopie der aksumitischen "Sandwichbauweise" - Holz und Stein in parallelen Lagen - aber hier ganz aus dem Fels geschlagen. Wunder überall - von einem Dach der Kirche treten wir in den Hof der nächsten, aus der Sonne wieder in modrigen Dämmer.
Als wolle sie sich bewußt absondern, versteckt sich die wohl schönste aller Kirchen weiter südlich hinter einem Hügel und alten Olivenbäumen: Bjet Georgis, die Georgskirche, ist rein monolithisch und besticht mit perfekter Kreuzform.
Zweite Übernachtung im Hotel.

11. Tag: Lalibela - Axum
Morgens einstündiger Flug über das nördliche Hochland nach Axum, der "Kernzelle" des äthiopischen Reiches. In der Kathedrale der Heiligen Maria von Zion (4. Jh., nach der Zerstörung durch Achmed Gran im 17. Jh. neu gebaut) soll im Allerheiligsten die Bundeslade mit den Gesetzestafeln von Mose aufbewahrt sein, die Salomons Sohn Menelik I aus Jerusalem entführte und auf einer Insel im Tanasee vergrub, bis sie mehrere Jahrhunderte später nach Axum gebracht wurde. Die Bibel berichtet von Wundern der Bundeslade - sie hat Flüsse umgekehrt und Städte zerstört. Und sie half Kaiser Menelik II, 1896 gegen die bewaffnete Übermacht der Italiener bei Adua (40 km östlich von Axum) zu gewinnen - sagen gläubige Äthiopier.
In Axum soll es über 100 Stelen gegeben haben. Im "Park der Stelen" können wir den eindrucksvollen Rest bewundern: die noch stehende größte ist 23 m hoch; die zerbrochene und am Boden liegende Stele mißt 33 Meter. Etwa ebenso groß ist eine Stele, die unter Mussolini 1936 nach Italien gebracht wurde und seither in Rom den Petersplatz ziert. Wir besuchen auch die Gräber des Königs Kaleb und seines Sohnes Gebra Maskal. Während seiner letzten Lebensjahre meditierte der König (514-542) als Einsiedler. Treppen führen hinunter in die Gruften mit steinernen Särgen und aus dem Felsen geschlagenen Verzierungen. Bei den Ruinen der Kirche Abba Libanos bietet sich ein schöner Blick nach Osten. Westlich von Axum die Ruinen eines großen Tempels - landläufig der "Palast der Königin von Saba" genannt, deren Grab sich gegenüber unter einer der groben, kaum behauenen Stelen befinden soll.
Gutes Hotel.

12. Tag: Axum - Adigrat - Mekelle (260 km)
Östlich von Axum öffnet sich eine grandiose Landschaft mit wie gefalteten, gezackten Bergen. Gute 20 km hinter Adua fahren wir einige Kilometer auf einer Seitenstraße und sehen schon von weither die wuchtige Turmruine des legendären Tempels von Yeha, der aus dem 5. Jh. v. Chr. stammt. Yeha mit seiner alten Kirche war die erste Hauptstadt des Reiches von Axum.
Über die Provinzstadt Adrigrat führt die Fahrt weiter nach Süden. Nach rund 50 km erreichen wir den Ort Negash, in dem zu Beginn der Ausbreitung des Islam (7. Jh.) verfolgte Moslems Schutz fanden und heute eine schöne Moschee steht. Die bisher kaum besuchte Felskirche Mariam Wukro ist ein Juwel in rauher Schale - nur eine glatte Front ist über den kleinen Eingangstüren aus einem sich hoch auftürmenden Berg geschlagen. Innen sehen wir kunstvolle Rund- und Doppelbögen - wie in Lalibela, alles aus massivem Fels geschlagen. Wir erreichen schließlich Mekelle, Hauptort der Region Tigrey. A/Ü in einem guten Hotel.

13. Tag: Mekelle - Addis Abeba
Meist am Nachmittag Rückflug nach Addis Abeba. Den Nachmittag können Sie frei verbringen (auf Wunsch mit ortskundiger Begleitung). Lohnend ist ein Besuch der Marktes. Abendessen in einem guten traditionellen Restaurant, Übernachtung im 4* Hotel.

14./15. Tag: Addis Abeba - Frankfurt
Sie können am Vormittag noch an einer geführten Stadttour teilnehmen. Addis Abeba ist planlos gewachsen und wird von Landeskennern auch als "größtes Dorf der Welt" bezeichnet. Sehenswert sind die Kidane Mehret-Kirche und das Nationalmuseum. Für den Nachmittag empfiehlt sich ein Besuch des Mercato, dem größten überdachten Markt des Kontinents.
Abschiedsessen in einem guten äthiopischen Restaurant.
Derzeit Abflug um Null Uhr 15, Ankunft in Frankfurt um 06.00 Uhr

Reisedaten und Preise

24.09. - 08.10.05 2.490 Euro Mit dem Masqual-Fest (Frühlingsfest) in Gondar
08.10. - 22.10.05 2.490 Euro
19.11. - 03.11.05 2.490 Euro Mit dem Hida-Zion-Fest (Osterfest) in Axum
10.12. - 24.12.05 2.590 Euro
18.02. - 04.03.06 2.490 Euro

Sie können diese Reise auch individuell zum Wunschtermin durchführen:

Bei zwei TeilnehmerInnen + 150 Euro p.P
3/4 TeilnehmerInnen: + 100 Euro p.P.

Flugtage: derzeit am Montag, Donnerstag und Samstag (Abflug jeweils 16.35 Uhr).

Einzelzimmerzuschlag + 170 Euro

Teilnehmerzahl 5 - 9

Leistungen
Linienflug (Ethiopian Airlines) von Frankfurt nach Addis Adeba und zurück; Bahnanreise und -Rückreise nach/von Frankfurt-Flughafen; alle beschriebenen Fahrten und Inlandsflüge; Trekkingtour im Semien mit Ranger-Begleitung, einem Maulesel pro Person und Lasttieren; einheimische und professionelle Reiseleitung (englischsprachig); alle Eintrittsgelder; Vollpension, Detailkarte Semien, Sicherungsschein.

Nicht enthalten: Kosten für das Visum (17 Euro), Getränke, Trinkgelder, etc.